SCHINKEL COMPANY in BEIJING

Am 12/10/2006 machen sich Christiane Schinkel und ihr 9jähriger Sohn Johannes auf die Reise. Sie starten in Beijing, wo Johannes an einem Schüleraustausch seiner Grundschule teilnimmt. Weitere Stationen des nächsten halben Jahres: Shanghai, Hong Kong, Taiwan, Neu Dehli, 4,5 Monate Bodh Gaya in Nordindien. Dort besucht Johannes eine Schule, seine Mutter arbeitet als Volontärin. Ausflüge nach Nepal und Sikkim stehen auf dem Plan. Mai 07 fliegen sie zurück nach Berlin.

12.10.06-24.10.2006 BEIJING

12.10.06-24.10.2006 BEIJING
Johannes verbringt diese Zeit mit seiner Gruppe und ich gehe meine eigenen Wege.

Berlin - Frankfurt - Beijing

Berlin - Frankfurt - Beijing
In Frankfurt wechseln wir das Flugzeug

Austauschschueler

Austauschschueler
Der froehliche Junge in der hinteren Reihe heisst Li Chan Jie und ist Johannes Austauschfreund. Im Juli dieses Jahres war er bei uns zu Gast. Nun besucht Johannes ihn.

Jungs raufen

Jungs raufen
Li Chan Jie, Ma Chung und Johannes messen ihre Kraefte beim Armdruecken.

Hot Pot

Hot Pot
Ein klassisches chinesisches Essen: ein Topf mit Bruehe steht auf einer Flamme in der Mitte des Tisches. Dazu bestellt man sich Gemuese, Nudeln, Fleisch und Beilagen nach Wahl die dann in der Bruehe gegart werden. Das macht Spass! Und schmeckt!

korean restaurant

korean restaurant

das Essen wird auf dem Tisch gegrillt. Lecker!

das Essen wird auf dem Tisch gegrillt. Lecker!
Jörg sucht eine chinesische Handykarte und ein Handy heraus, obwohl ich doch mein eigenes dabei habe. Nimm dies, sagt er, das ist günstiger. Dann malt er das nächstgelegene Kaufhaus in die Karte die er mir ausgedruckt hat, drückt mir seinen Fahrradschlüssel in die Hand und wünscht mir viel Erfolg. Ich fahre mit dem Rad durch Beijings belebte Straßen, der Verkehr ist beachtlich, doch wenn ich mich darauf einlasse genauso fließend, wie ich ihn aus Indien kenne. Mein Herz hüpft so hoch, dass ich fast fürchte, es springt davon. Wenn ich Glück beschreiben sollte, dann wohl so!

Flohmarkt

Flohmarkt

walk-along-wisdom

walk-along-wisdom

Platz des Himmlischen Friedens

Platz des Himmlischen Friedens

Verbotene Stadt

Verbotene Stadt

emperors yellow

emperors yellow

Here we are!

Here we are!
Die Gastfreundschaft, so wie sie mir entgegen gebracht wird, tut sehr wohl. Es gab in meinem Leben Gespräche, in denen mich Menschen nach ihrem persönlichen Verhaltensmuster bewertet haben. Dabei nahmen sie mir die mir eigene Lebenseinstellung persönlich übel. Ich bin froh, dass ich mich von ihnen nicht zu sehr habe verunsichern lassen und dennoch habe ich Schwierigkeiten, die Geschenke, die mir das Leben derzeit bietet, sorglos und ohne Schuldgefühl anzunehmen. So ist es wohl meine Übung, mir selbst treu zu bleiben und den Weg zu gehen, der mir am meisten entspricht. Auch wenn dabei manchmal Menschen auf der Strecke bleiben. Das Leben bietet mir Geschichten an, die mich manchmal derart überwältigen, dass ich den Tränen nahe bin. Ich danke dem Lauf des Lebens demütig.

Beijings Silicon Valley

Beijings Silicon Valley

introduction

introduction
Ich vermisse Johannes. Immer wieder. Zum Glück weiß ich, dass es ihm gut geht. Wie schön! Wenn etwas wäre, könnte er mich nun auf dem Handy anrufen. Gut dass Jörg mir seines geborgt hat!

Die Fahrt zur grossen Mauer

Die Fahrt zur grossen Mauer

Weltwunder

Weltwunder

Sommerpalast

Sommerpalast
Meine Gedanken kreisen um eine Frage. Ich blicke Richtung Sommerpalast gen Himmel und bitte um Antwort durch ein Zeichen. Drei Minuten später treffe ich auf einen Kaligraphen, der in chinesischer Gras-Typographie aus Wasser eine Geschichte auf den Boden des Sommergartens schreibt. Seine Geschichte handelt vom Regenvogel und dem Fischerboot. Die beiden treffen sich auf dem See. Der Betrachter befindet sich in weiter Ferne, so kann er das schöne Bild nur ungenau erkennen. Das macht es für ihn umso schöner, denn so bleibt viel Raum für Phantasie. Wäre er den beiden ganz nah, würde die Schärfe des Bildes die Freiheit seiner Vorstellung einschränken. Ich denke über meine Frage nach und finde in dieser Geschichte die Antwort.

Wir sitzen auf einem niedrigen Metallzaun und trinken Tee. Ich gebe Wendy einen Einblick in die größten westlichen Religionen, die, so unterschiedlich ausgeprägt, doch alle einer Wurzel entspringen. Neben uns nehmen zwei Chinesinnen Platz. Sie haben jede einen gefüllten Teller bei sich. Als eine der beiden eine Pause macht, oder ist sie fertig mit Essen, nähert sich ihr eine kleine alte Dame. Sie schaut begehrlich auf den noch fast vollen Teller. Dann sagt sie leise ein paar Worte. Die junge Frau reicht ihr wortlos ihren Teller. Die alte Dame murmelt etwas und zieht von dannen. Es liegt eine Selbstverständlichkeit in der Luft, die mir in unserem Land selten begegnet.

Die Geschichte der Kaisermutter Cixi (gesprochen Sissi…), die als inoffizielle Herrscherin der Qing-Dynastie waltete, ist beeindruckend. Sie ist nach Wu Zetian, die zweite und letzte Frau in der Geschichte Chinas, die eine solch hohe Machtposition innehat. Während ihr Mann, der Kaiser, sich den Lastern des Lebens widmet, führt sie die Staatsgeschäfte. Nach dem Tod seines Vaters führt ihr einziger Sohn und auch einziger Sohn ihres Mannes, des verstorbenen Kaisers, die Staatsgeschäfte auf folgende Weise: hinter seinem Thron, von einem Vorhang verborgen, sitzt Cixi, die ihm alle seine Antworten souffliert. Die Bediensteten wissen davon, doch niemand begehrt auf. Als er anfängt, eigenständige Entscheidungen zu fällen, setzt ihn Cixi im Sommergartenpalast auf Hausarrest. Nach ihrem Tod erlischt die letzte Dynastie Chinas. Auf den Fotos, die 1903/4 von ihr gemacht wurden, ist Cixi mit ihren fast 80 Jahren immer noch eine schöne Frau, doch sieht sie dabei hart, unerbittlich und wenig glücklich aus. Welchen Preis hat sie für ihre Macht gezahlt?